Arbeit
Das ist meine Quali für die letzten zweieinhalb Monate. Balsam für die Seele und gute Chancen für die Zukunft.
Jetzt müssen nur noch die Bewerbungen klappen. Wir dürfen jetzt doch auch schon. Das macht mich etwas nervös, dafür ist es dann schon durch und ich kann mich darauf einstellen. Bitte drückt mir die Daumen, dass es klappt dort wo ich es mir wünsche! Das wäre momentan noch das Tüpfelchen auf dem i.
Heute geht es mir auch gut - sehr gut. Das ist schön und fühlt sich gut an.
In einer schon wieder neuen Abteilung kann ich jetzt ermitteln während drei Wochen. Das ist auch furchtbar spannend und ich kann mich in gewisse Dinge richtig reinbuddeln und auch ein wenig verbeissen. Super! Ich versuche das noch zu geniessen bevor es wieder in Uniform auf die Strasse geht...
Nach gerade mal 2 1/2h Schlaf nach einer 12h Nachtschicht und am Nachmittag davor nur 2h Schlaf befinde ich mich im totalen Delirium. Die Sonne scheint draussen und nervt mich nur unheimlich. Die drei Wochen sind vorbei in der Stadt zivil unterwegs sein. Clubs besuchen und in doofe Gesichter sehen wenn man den Ausweis zeigt. Es hat mir super gefallen. Und doch...
Die Gewalttätigkeit gewisser Menschen verstehe ich nicht. Das Adrenalin schiesst durch den Körper, das Herz rast zum zerbersten und ich weiss es ist kein Film. Jeden Moment kann - und wird - es eskalieren. Völlig durchgeknallt, total besoffen, vollgepumpt mit Drogen, oder auch einfach sonst völlig gestört. Ohne Grund. Menschen die sich selbst so krass verletzten, in Wände rennen, sich so stark wehren dass es drei oder vier braucht um sie festzuhalten. Immer noch habe ich Angst. Und nie darf man sie zeigen. Ich träume schlecht, im Dämmerschlaf des Deliriums verwischt die Grenze von Traum und Realität, nur die Adrenalinschübe sind real. Vielleicht kann ich auch deshalb nicht mehr schlafen. Langsam erhalte ich eine Ahnung, weshalb viele ein Alkoholproblem haben. Damit lässt es sich besser schlafen und auch vergessen.
Seit einer halben Stunde hat unser Pikett begonnen wegen den Demos. Auch bei uns ist eine angesagt. Aber aufgerufen wurde ja vor allem nach Bern. Zum Glück für uns. Obwohl ich selbst auf jener Seite stand habe ich weder damal, noch verstehe ich heute die Gewaltbereitschaft. Das nützt doch einfach niemandem was, ausser das man aufgestaute Wut ablassen kann an einem künstlich erhaltenen Feindbild. Wenn man jemanden so provoziert, dann muss irgendwann eine Reaktion kommen. Nur damit sie dann sagen können "wir wussten ja wie brutal sie vorgehen?" Ich würd gern euch Kinder sehen, wenn euch Scheisse um die Ohren fliegt, ihr Steine im Gesicht habt und eine 1 1/2l Flasche voller Sand direkt auf euch zufliegt. Aber klar, wir sind die Brutalos. Glaubt mir, ich würde lieber zu Hause bleiben! Oder an einer friedlichen Demo mitlaufen. Nur leider ist dies ja kaum möglich.
Warum ist diese Sonne blos so hell? Und warum seh ich so Scheisse aus? Ich fange an zu verstehen was es mit all den Klisches der Bullen auf sich hat und das fast alle ihre Berechtigung haben. Man bewegt sich in einem gewissen Millieu (jeh nach Arbeitsplatz), es gibt Dinge die sich schwer wegstecken lassen, man hat praktisch nur mit den Wixern dieser Welt zu tun, man entwickelt eine ruppigere Art, die viele nicht verstehen und man wird verschlossener. Es wird schwieriger zu Hause Dinge zu erklären, man hält sich mehr an Kollegen, das nagt am zu Hause, was wiederum dazu führt, das man sich mehr an die Kollegen hält und das "gewohnte Millieu"...
Meine Augen brennen und ich kann kaum bis zum Bildschirm sehen. Die sollen sich blos ruhig verhalten hier, ich kann nicht ausrücken jetzt.
Nun sind die Stellen für die Notrufzentrale ausgeschrieben (für Zivile!!! Gott weiss aus was für finanzpolitischen Antrieben heraus!)) und ich würde sooooooo gerne dort arbeiten. Leider bin ich noch zu jung dafür. Also dienstaltermässig. Ausserdem bin ich ja nicht zivil.
Heute morgen habe ich 2 1/2 Stunden verbracht mit der Gruppe, in der ich 10 Tage eingeteilt war dort. Ich habe mich so wohl gefühlt und die Stimmung ist einfach gut. So stelle ich mir das Arbeiten eben vor. Hoffentlich finde ich auch so eine Stelle an der Front!!!
Mein erster Nachtdienst alleine ist realtiv ruhig verlaufen. Bald habe ich den nächsten.
Steel ist ja nun genügend bekannt in der Bloggerwelt. Ich durfte die letzten 10 Tage ebenfalls in der Notrufzentrale meine Erfahrungen sammeln. Es ist genauso, wie er es mit viel Humor beschreibt. Anders als sarkastisch und ironisch kann man gewisse Telefonanrufe auch nicht entgegennehmen. Es gibt wirklich viele Spinner, Besoffene oder Gelangweilte. Dabei sind die Kinder noch am Unterhaltsamsten! :-) Es ist schon bedenklich wenn jemand anruft und sagt, dass es draussen so unheimlich knalle (um 21:00 Uhr). Ich frage darauf die Person ob sie denn schon zum Fenster hinaus geschaut hätte um nachzusehen was denn diesen Krach verursache. Daraufhin antwortet die Person, nein, ich habe die Läden geschlossen. Als ich sie bat die Läden zu öffnen (da ich wusste, was es war) und sie das stattfindende Feuerwerk sah meinte sie nur, dass sie halt jeweils um 20:00 die Läden schliesse... - - -
Darauf gibt's dann einfach nichts mehr zu sagen!
Es hat mir super gefallen an diesem Arbeitsplatz, auch wenn es megastressig wird, sobald etwas Grösseres passiert. Man muss unheimlich den Überblick haben, alle Verbindungen und Ansprechpartner kennen, alle Systeme beherrschen und die Dienstwege im Schlaf gehen können. Doch das ist genau das, was ich gerne tue, bzw. mir aneignen möchte. Selbstverständlich nehmen sie keine Jungen dort und so wie ich das gespührt habe noch weniger eine Frau. Vielleicht wird das später einmal eine Option. Es war jedenfalls eine super Zeit und ich bin sehr zufrieden damit. Das Team war super, ich habe sehr viel gelernt und konnte schon recht selbstständig arbeiten bei den "normalen" Einsätzen. Ab nächsten Montag bin ich dann wieder bei den Gefangenen. Ein bisschen traurig bin ich schon.
Nun habe ich meinen ersten Nachtdienst hinter mir. Jetzt waren wir ja noch zu zweit, aber bald werde ich ganz alleine sein. Das ist schon ein komisches Gefühl, durch diese Gebäude zu wandern des Nachts während dem Innenrundgang und niemand ist da. Einen Brandfall kann man auch nicht üben. Ich bin jedenfalls beruhigt, dass ich die Zellen sowieso gar nicht öffnen DARF alleine. Das wäre ja auch völlig unsinnig. In jedem Fall muss ich warten, bis ein Zweiter da ist. Entweder Pikett, oder jemand von der Stadt. Ev. auch ein Santitäter aus der Notrufzentrale, die sich direkt unter uns befindet. Es gibt kein anderes Wort als "mulmiges Gefühl" für dieses Empfinden was ich da habe. Trotzdem konnte ich die viereinhalb Stunden schlafen, die wir uns hinlegen dürfen. Sofern keiner Schwierigkeiten macht in der Zelle geht das gut. Es ist ein ziemlich angenehmer Dienst hier und ich geniesse die Zeit, solange ich kann. Auf der Strasse wird es dann schon wieder anders.
Nervös
Gereizt
Genervt
Steif
Tiefgründig
Dankbar
Eingeschlafene Zehen
Müde
Mässiges Essen
Familie müde
Uneinsichtige Klassenkameraden
Seltsamer Abend
Nix wofür sich die Nervosität gelohnt hätte
Froh, dass es vorbei ist
Nun ist es also getan. Von Ilanz nach Reichenau geriverraftet bei einer sau Kälte. Dann anstatt 30 km wegen Planänderung 40 km Marsch über Kunkelspass nach Bad Ragaz. Bin fast gestorben, aber nicht weil es schlimm war zu gehen, sondern weil ich so Durchfall hatte und sich auf diesem ganzen Marsch nur eine einzige Toilette befand!!! Oh Mann! Nachdem ich in Bad Ragaz mein Gedärme so richtig leeren konnte ging es mir wieder viel besser. Von dort aus ca. 15 km auf dem Bike zum Hagerbacher Versuchsstollen um dort zu schiessen und zu essen (ca. Mitternacht). Danach weitere 54 km nach Balgach mit dem Bike. Es hat eigetnlich immer geregnet, aber die Strecke war angenehm. Fast alles auf dem Rheindamm und immer entweder eben oder leichte Neigung. Ich habe kaum gefroren und war richtig ausgerüstet. Auch mein Magen verhielt sich ruhig und somit war ich nicht einmal das schwächste Glied in unserer Kette/Gruppe. Im Gegenteil. In Balgach dann 300 Meter schwimmen. Die Zeit war wirklich nicht mehr so gut wie sonst, aber es war ok. Danach durften wir frühstücken. Ich habe mich innerlich auf die strengste Etappe vorbereitet. Von Balgach über Oberegg, Heiden nach St.Gallen und dann nach Amriswil, 45 km mit dem Bike. Ich hätte es versucht und glaube, dass ich es auch geschafft hätte.
Doch die Leitung entschied, die Übung abzubrechen. Aber die Argumente waren schon ok, denn wir hätten im Morgenverkehr mit dem Velo auf die Strasse müssen, eine enorm anstrengende Etappe fahren, viele hatten schon aufgegeben oder hatten starke Schmerzen und einige waren wankend mit dem Velo angekommen in Balgach, weil sie fast eingeschlafen sind. Wäre etwas passiert, dann hätten die Verantwortlichen auch geradestehen müssen. Die Planung hätte anders sein müssen, das zum Schluss ein Teil zu Fuss kommt, bei dem man sich nicht so verletzen kann wie auf dem Bike wenn man einschläft oder zusammenbricht.
Für mich persönlich war es eine gute Erfahrung. Ich war noch nicht an meine Grenze gelangt und fand es schade, dass die Übung abgebrochen wurde. Gerne hätte ich meine eigene Leistungsgrenze erreicht, oder aber mir bewiesen, dass ich auch so eine grosse Anstrengung schaffen kann. So war es irgendwie nur etwas halbes.
Nichts desto trotz habe ich natürlich auch meine Wehwehchen jetzt. Mein rechtes Knie schmerzt, irgend ein Muskel der vorne am Bein entlang über den Fuss läuft, den ich noch nie gespührt hat macht meine Füsse ziemlich bewegungsunfähig und auch sonst spühre ich viele Muskeln im Rücken, den Armen, Oberschenkeln, Beinen und Füssen. Ja auch in den Händen und am Nacken. Aber wenn ich mir andere ansehe, dann geht es mir blendend. :-)
Morgen ist Vereidigung und dann bin ich offiziell ein Bulle. :-P
... geht's los!
Morgen pi... es aus Kübeln. Die Temperatur stürtzt sich auch ca. um 10 Grad in den Keller und auf dem Kunkelspass wird es Schnee haben wenn wir "Glück" haben. Jaja. Aber wir sind ja "härti Sieche". Das packen wir jetzt auch noch. Grad extra. Ihr könnt mich alle mal! Die läppischen 150km mach ich doch im Schlaf!
Ja, die grossen Töne kann man immer gut vorher spucken, das muss ich jetzt noch etwas auskosten. Danach werd' ich dann jammern! :-)
Bei unseren Prüfungen sind zwei durchgefallen. Ich dachte, dass es sowas nicht geben würde. Schade. Einer war eigentlich wirklich gut und hat nur eine Note knapp verhauen. So ein Scheiss. Er tut mir echt leid. Der zweite weniger. Für den war's wahrscheinlich besser.
Letzte Nacht habe ich kaum geschlafen. Weiss nicht weshalb. Ist aber grade extrem unpassend!
Ich hab's geschaaaahaaaaafft! Nachdem ich schon erfolgreich von und zu Rettungsschwimmer wurde, bin ich nun auch noch von und zu Gesetzeshüter. Geschworen wird erst nächsten Freitag, aber die Prüfungen hab' ich alle geschafft! Wie froh ich doch bin!